LPIC-1 in 30 Tagen: Dein Lernplan für die Prüfung
Die LPIC-1-Zertifizierung besteht aus zwei Prüfungen: 101-500 (System Administration 1) und 102-500 (System Administration 2). Beide müssen innerhalb von fünf Jahren bestanden werden. 30 Tage sind ambitioniert, aber machbar — wenn du strategisch lernst.
Die Prüfungen auf einen Blick
| Prüfung | Code | Dauer | Fragen | Bestehensgrenze |
|---|---|---|---|---|
| System Administrator 1 | 101-500 | 90 Min | 60 | 500 / 800 |
| System Administrator 2 | 102-500 | 90 Min | 60 | 500 / 800 |
Beide Prüfungen sind Multiple-Choice und fill-in-the-blank. Keine praktischen Übungen am Terminal — aber du musst Befehle und ihre Optionen auswendig kennen.
Woche 1: System Administration 1 (101-500) — Grundlagen
Tage 1–3: Systemarchitektur & Boot-Prozess
Lerne, wie Linux bootet: BIOS/UEFI → Bootloader (GRUB) → Kernel → Init-System (systemd). Verstehe Runlevel und Targets.
# Boot-Prozess analysieren
journalctl -b # Logs des aktuellen Boots
systemctl get-default # Default-Target
systemctl list-units --type=target # Alle Targets
runlevel # Aktueller Runlevel (Legacy)
Runlevel vs. Targets — was du wissen musst
LPIC-1 fragt beide Systeme ab. Runlevel (0–6) ist das klassische SysV-Init- System. Targets (multi-user.target, graphical.target) sind das moderne systemd-Äquivalent. Du musst beide kennen und übersetzen können:
| Runlevel | Target | Bedeutung |
|---|---|---|
| 0 | poweroff.target | Shutdown |
| 1 | rescue.target | Single-User |
| 3 | multi-user.target | Multi-User ohne GUI |
| 5 | graphical.target | Multi-User mit GUI |
| 6 | reboot.target | Reboot |
Tage 4–7: Dateisystem & Partitionen
Lerne die Verzeichnisstruktur (FHS), Partitionierung, Dateisysteme (ext4, xfs, btrfs) und Mount-Points.
# Partitionen und Dateisysteme
lsblk # Blockgeräte anzeigen
fdisk -l # Partitionstabellen
mount # Gemountete Dateisysteme
df -h | Dateisystem-Platz
findmnt | Mount-Hierarchie
mkfs.ext4 /dev/sdb1 # ext4 formatieren
mount /dev/sdb1 /mnt/data # Mounten
Woche 2: System Administration 1 (101-500) — Fortgeschritten
Tage 8–10: Paketverwaltung
Die LPIC-1-Prüfung fragt sowohl Debian/Ubuntu (dpkg, apt) als auch Red Hat (rpm, yum, dnf) ab. Du musst beide Systeme kennen.
# Debian/Ubuntu
dpkg -l # Installierte Pakete
apt list --installed # Installierte Pakete (apt)
apt search nginx # Paket suchen
apt install nginx # Paket installieren
apt remove nginx # Paket entfernen
dpkg -i paket.deb # Lokales .deb installieren
# Red Hat / Fedora / CentOS
rpm -qa # Installierte Pakete
dnf list installed # Installierte Pakete (dnf)
dnf search nginx # Paket suchen
dnf install nginx # Paket installieren
rpm -i paket.rpm # Lokales .rpm installieren
Tage 11–14: Benutzerverwaltung & Berechtigungen
# Benutzer und Gruppen
useradd -m -s /bin/bash alice # Benutzer mit Home-Verzeichnis
usermod -aG sudo alice # Zur sudo-Gruppe hinzufügen
groupadd devops # Gruppe erstellen
passwd alice # Passwort setzen
id alice # UID, GID, Gruppen anzeigen
# Berechtigungen
chmod 755 script.sh # rwxr-xr-x
chmod u+x script.sh # Nur Owner: execute
chown alice:devops datei.txt # Owner und Gruppe ändern
umask 022 # Default-Berechtigungen
Berechtigungen: Oktalnotation verstehen
Jede Ziffer in chmod 755 steht für eine Gruppe: Owner, Group, Others.
- 7 = rwx (4+2+1)
- 5 = r-x (4+0+1)
- 4 = r-- (4+0+0)
Der häufigste Fehler: chmod 777 auf alles. Das ist fast immer falsch.
Nutze die minimalen Berechtigungen: 755 für Verzeichnisse und Skripte,
644 für Dateien.
Woche 3: System Administration 2 (102-500)
Tage 15–17: Shell-Skripting & Befehle
# Variablen und Schleifen
#!/bin/bash
for file in *.log; do
echo "Verarbeite: $file"
gzip "$file"
done
#条件
if [ -f /etc/passwd ]; then
echo "Datei existiert"
fi
# Funktionen
backup() {
tar -czf "/backup/$(date +%F).tar.gz" "$1"
}
Tage 18–21: Netzwerk & Dienste
# Netzwerk
ip addr show # IP-Adressen
ip route show # Routing-Tabelle
ss -tlnp # Offene Ports (modern)
netstat -tlnp # Offene Ports (Legacy)
ping -c 3 example.com # Connectivity testen
dig example.com # DNS auflösen
curl -I https://example.com # HTTP-Header abrufen
ss vs. netstat — was LPIC-1 erwartet
LPIC-1 fragt sowohl ss als auch netstat ab. ss ist der moderne
Ersatz (iproute2), netstat ist veraltet (net-tools). Auf modernen Systemen
ist netstat oft nicht installiert. Für die Prüfung musst du beide kennen.
Wichtigste Optionen (identisch bei beiden):
-t= TCP-u= UDP-l= Listening-n= Numerisch (keine DNS-Auflösung)-p= Prozess anzeigen
Woche 4: Prüfungsvorbereitung & Simulation
Tage 22–25: Wiederholung mit Spaced Repetition
Nutze die LPIC-1 Übungsprüfungen für gezielte Wiederholung. Konzentriere dich auf deine Schwachstellen.
Tage 26–30: Simulation & Feinschliff
- Mache eine vollständige Simulation unter Zeitbedingungen (90 Minuten, 60 Fragen)
- Analysiere jede falsche Antwort — verstehe warum du falsch lagst
- Wiederhole die Themen mit den meisten Fehlern
- Am Tag vor der Prüfung: nur leichte Wiederholung, kein neues Material
Ins Thema einsteigen
- LPIC-1 Exam Guide — Alles über die Prüfung
- LPIC-1 101-500 Deep Dive — Themen der ersten Prüfung
- LPIC-1 102-500 Deep Dive — Themen der zweiten Prüfung
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