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LPIC-1 in 30 Tagen: Dein Lernplan für die Prüfung

17. Oktober 2026~3 min read· Tobias Weiss

Die LPIC-1-Zertifizierung besteht aus zwei Prüfungen: 101-500 (System Administration 1) und 102-500 (System Administration 2). Beide müssen innerhalb von fünf Jahren bestanden werden. 30 Tage sind ambitioniert, aber machbar — wenn du strategisch lernst.

Die Prüfungen auf einen Blick

PrüfungCodeDauerFragenBestehensgrenze
System Administrator 1101-50090 Min60500 / 800
System Administrator 2102-50090 Min60500 / 800

Beide Prüfungen sind Multiple-Choice und fill-in-the-blank. Keine praktischen Übungen am Terminal — aber du musst Befehle und ihre Optionen auswendig kennen.

Woche 1: System Administration 1 (101-500) — Grundlagen

Tage 1–3: Systemarchitektur & Boot-Prozess

Lerne, wie Linux bootet: BIOS/UEFI → Bootloader (GRUB) → Kernel → Init-System (systemd). Verstehe Runlevel und Targets.

# Boot-Prozess analysieren
journalctl -b                    # Logs des aktuellen Boots
systemctl get-default            # Default-Target
systemctl list-units --type=target  # Alle Targets
runlevel                         # Aktueller Runlevel (Legacy)

Runlevel vs. Targets — was du wissen musst

LPIC-1 fragt beide Systeme ab. Runlevel (0–6) ist das klassische SysV-Init- System. Targets (multi-user.target, graphical.target) sind das moderne systemd-Äquivalent. Du musst beide kennen und übersetzen können:

RunlevelTargetBedeutung
0poweroff.targetShutdown
1rescue.targetSingle-User
3multi-user.targetMulti-User ohne GUI
5graphical.targetMulti-User mit GUI
6reboot.targetReboot

Tage 4–7: Dateisystem & Partitionen

Lerne die Verzeichnisstruktur (FHS), Partitionierung, Dateisysteme (ext4, xfs, btrfs) und Mount-Points.

# Partitionen und Dateisysteme
lsblk                           # Blockgeräte anzeigen
fdisk -l                        # Partitionstabellen
mount                           # Gemountete Dateisysteme
df -h                           | Dateisystem-Platz
findmnt                         | Mount-Hierarchie
mkfs.ext4 /dev/sdb1             # ext4 formatieren
mount /dev/sdb1 /mnt/data       # Mounten

Woche 2: System Administration 1 (101-500) — Fortgeschritten

Tage 8–10: Paketverwaltung

Die LPIC-1-Prüfung fragt sowohl Debian/Ubuntu (dpkg, apt) als auch Red Hat (rpm, yum, dnf) ab. Du musst beide Systeme kennen.

# Debian/Ubuntu
dpkg -l                         # Installierte Pakete
apt list --installed            # Installierte Pakete (apt)
apt search nginx                # Paket suchen
apt install nginx               # Paket installieren
apt remove nginx                # Paket entfernen
dpkg -i paket.deb               # Lokales .deb installieren

# Red Hat / Fedora / CentOS
rpm -qa                         # Installierte Pakete
dnf list installed              # Installierte Pakete (dnf)
dnf search nginx                # Paket suchen
dnf install nginx               # Paket installieren
rpm -i paket.rpm                # Lokales .rpm installieren

Tage 11–14: Benutzerverwaltung & Berechtigungen

# Benutzer und Gruppen
useradd -m -s /bin/bash alice   # Benutzer mit Home-Verzeichnis
usermod -aG sudo alice           # Zur sudo-Gruppe hinzufügen
groupadd devops                  # Gruppe erstellen
passwd alice                     # Passwort setzen
id alice                         # UID, GID, Gruppen anzeigen

# Berechtigungen
chmod 755 script.sh              # rwxr-xr-x
chmod u+x script.sh              # Nur Owner: execute
chown alice:devops datei.txt     # Owner und Gruppe ändern
umask 022                        # Default-Berechtigungen

Berechtigungen: Oktalnotation verstehen

Jede Ziffer in chmod 755 steht für eine Gruppe: Owner, Group, Others.

  • 7 = rwx (4+2+1)
  • 5 = r-x (4+0+1)
  • 4 = r-- (4+0+0)

Der häufigste Fehler: chmod 777 auf alles. Das ist fast immer falsch. Nutze die minimalen Berechtigungen: 755 für Verzeichnisse und Skripte, 644 für Dateien.

Woche 3: System Administration 2 (102-500)

Tage 15–17: Shell-Skripting & Befehle

# Variablen und Schleifen
#!/bin/bash
for file in *.log; do
  echo "Verarbeite: $file"
  gzip "$file"
done

#条件
if [ -f /etc/passwd ]; then
  echo "Datei existiert"
fi

# Funktionen
backup() {
  tar -czf "/backup/$(date +%F).tar.gz" "$1"
}

Tage 18–21: Netzwerk & Dienste

# Netzwerk
ip addr show                    # IP-Adressen
ip route show                   # Routing-Tabelle
ss -tlnp                        # Offene Ports (modern)
netstat -tlnp                   # Offene Ports (Legacy)
ping -c 3 example.com           # Connectivity testen
dig example.com                 # DNS auflösen
curl -I https://example.com     # HTTP-Header abrufen

ss vs. netstat — was LPIC-1 erwartet

LPIC-1 fragt sowohl ss als auch netstat ab. ss ist der moderne Ersatz (iproute2), netstat ist veraltet (net-tools). Auf modernen Systemen ist netstat oft nicht installiert. Für die Prüfung musst du beide kennen.

Wichtigste Optionen (identisch bei beiden):

  • -t = TCP
  • -u = UDP
  • -l = Listening
  • -n = Numerisch (keine DNS-Auflösung)
  • -p = Prozess anzeigen

Woche 4: Prüfungsvorbereitung & Simulation

Tage 22–25: Wiederholung mit Spaced Repetition

Nutze die LPIC-1 Übungsprüfungen für gezielte Wiederholung. Konzentriere dich auf deine Schwachstellen.

Tage 26–30: Simulation & Feinschliff

  1. Mache eine vollständige Simulation unter Zeitbedingungen (90 Minuten, 60 Fragen)
  2. Analysiere jede falsche Antwort — verstehe warum du falsch lagst
  3. Wiederhole die Themen mit den meisten Fehlern
  4. Am Tag vor der Prüfung: nur leichte Wiederholung, kein neues Material

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